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Viruserkrankung eines 9-jährigen Fuchswallachs

Kategorien: Fallberichte

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Eingestellt am 10.10.2014

Viruserkrankung eines 9-jährigen Fuchswallaches, unklarer Genese – Erfolg mit Homöopathie
Gabriele Schmid-Gleißner

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Der Wallach wurde im Februar 2004 von einem Pferdehändler für einen Kunden gekauft.
Zu diesem Zeitpunkt war das Pferd in einem guten Allgemeinzustand, Bein und Hufstellung korrekt, Fell geschoren.
Ausbildungstand: A- L Dressur, Springen A. Keine Vorerkrankungen bekannt, keine Ankaufsuntersuchung vor dem Kauf erfolgt. Nach Angaben des Vorbesitzers war das Pferd nie krank.

Der neue Besitzer übernahm das Pferd zwei Wochen später.
Nach weiteren zwei Wochen begann er zu husten. Erste Therapie die Gabe eines schleimlösenden Hustensaftes durch den Tierarzt. Keine Besserung der Beschwerden. Plötzlich begann das Pferd nach einem Koppelgang vorne links zu lahmen. Erste Verdachtsdiagnose war ein Hufabszess, da das Pferd nicht mehr auftreten konnte. Doch am nächsten Tag wurde eine Schwellung auf Höhe des Schultergelenkes sichtbar. Kurze Zeit später Schwellung aller großer Gelenke, Gelenkergüsse an Schultergelenk, Knie u. Sprunggelenk. Starker eitriger grüner Nasen-ausfluss mit intensiven Geruch. Das Futter wurde verweigert, kaum Wasseraufnahme. Der Allge-meinzustand wurde von Tag zu Tag kritischer. Das Tier wurde vom behandelnden Tierarzt nach drei Tagen in eine Tierklinik eingewiesen, da keine Besserung eintrat und der Tod kurz bevorstand.

Das Pferd verblieb über acht Wochen in der Klinik. Schließlich wurde er mit der Diagnose: Zustand nach Virusinfektion unklarer Genese in den Heimatstall zurückgebracht.

Das Tier war bis auf die Knochen abgemagert. Die Futteraufnahme beschränkte sich auf das Fressen von etwas Heu. Das Aufstehen fiel ihm schwer. Er nahm seine Umgebung nicht mehr wahr.

Ich begann die Behandlung von Verano am 28.Juli 2004

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Allgemeinstatus:
Halbverhungertes Pferd, das nicht mehr in der Lage war ohne fremde Hilfe aufzustehen. Das Schultergelenk ist immer noch geschwollen und hat einen deutlichen Gelenkerguss. Die anderen großen Gelenke sind ebenfalls noch geschwollen. Viele offene Stellen am ganzen Körper, das Fell ist struppig, fettig. Das Pferd steht deutlich vorne wie hinten extrem zeheneng.
Der Kopf ist an aufgerieben, wie auch an vielen neurolymphatischen, besonders entlang des Leber-, Gallen-blasen-, Milz-Pankreas- und Nierenmeridians.
Das Pferd ließ sich überall palpieren, keine Schmerzreaktion.
Er ist Apathisch, es scheint als hätte er sich aufgegeben, kein Lebenswille mehr vorhanden.
Das Tier litt an Verstopfung und hatte nur wenig Urinabgang. Kein Nasenausfluss, kein Husten. Der Gesamteindruck ließ auf ein Rheumatisches Fieber schließen. Test der Alarmpunkte mit Hilfe des Muskeltestes: Es war kein Meridian im Gleichgewicht. Mehrere Quadrate, Dreiecke und Mittag-Mitternacht- Regeln (nach Touch for Helath). Die Elemente Erde und Feuer in Dysharmonie (Lo-Zustand).

Triggerwerte

Test der Triggerpunkte:
war nicht relevant, da das Pferd nicht mehr auf Schmerzreize reagiert.

Test der Wirbel
Blockierte Wirbel und segmenatale Übergänge: ATÜ, CTÜ, Atlas, C3 , C4, C7, TH 1-4, TH 8- 15 LWK 1, 3, 4, 5, ISG beidseits Becken in Torsion rechts blockiert

Es erfolgte eine Korrektur der Wirbel durch indirekte Osteopathie und Farblichtbestrahlung rot/grün. Behandlung des ISG osteopathisch und durch Farblichtbestrahlung.

Massagetechniken:
Faszientechnik: M. brachiocephalicus, M. trapezius, M. sternocephalicus, M omotransversarius, M. splenius, M sternocephalicus
Spindelzelltechnik: Stärken des M. longissimus , M, latissimus, M. serratus, M. pectoralis, M. psoas, M. iliacus, M. quadratus lumborum, M. glutaeus.
Indirekte Behandlung des M. psoas durch Unwinding-Technik.
Behandlung der neurolymphatischen u. neurovaskulären Punkte der oben angegebenen Muskeln. Sowie der drei Diaphragmen.
Behandlung des Duraschlauches. Energetische Behandlung: 2. Umlauf, Lo-Punkte Hz, Ks, Ma.

Homöopathische Behandlung In der Zwischenzeit hatte ich erfahren, dass das Pferd vor Beginn seiner Krankheit im März mit kalten Wasser bei starken Minusgraden gewaschen wurde und auf der zugigen Stallgasse (=starke Durchnässung) stand. Auf Grund dieser Aussage testete ich Dulcamara C 200 mit Hilfe der Alarmpunkte. sowie Nat. chlor. C 1000 wegen der Vorgeschichte
Beide Mittel zeigten an und wurden verabreicht. Das ist zwar nicht klassisch homöopathisch, aber der Muskeltest zeigte eindeutig, dass das Pferd beide Mittel brauchte.
Die vermuteten Konstitutionsmittel Phosphor und Arsenicum alb, die ich aufgrund des Types und des Allgemeinzustandes auch in Erwägung zog, testeten negativ.

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Zu meinem größten Erstaunen begann das Pferd nach 4-5 Tagen zu fressen. Zuerst nur Heu, dann Müsli, Hafer und Mash. Obwohl vom äußeren Erscheinungsbild das Pferd eher eine Phosphor- Konstitution zeigte, war offensichtlich die Ursache (Kaltes Wasser) entscheidend für die Mittelfindung. Das Pferd wurde nun täglich einige Minuten geführt. Das war die ersten Tage sehr anstrengend. Doch nach einer Woche konnte es schon 20 Minuten laufen und dabei grasen. Nach zwei Wochen war das Pferd deutlich frischer, fraß sehr gut und war psychisch deutlich besser.

Zwischenuntersuchung am 20.August 2004:
Gelenkschwellungen gingen zurück, nicht mehr apathisch, nimmt Umgebung wieder wahr, genießt die Behandlung, Frisst sehr viel, Verdauung gut, uriniert mehr. Das Pferd wurde durch Hand getränkt, säuft normale Mengen. Palpation: Bei der Palpation zeigte er deutliche Abwehrbewegungen bei Berührung der Alarmpunkte Blase 10, 17, 18, 19, 20, Di 15, Lu1, Dü 9, Le 8, Gl 34, Ni 7.

Alarmpunkte

Test der Alarmpunkte:
Der energetische Befund verändert sich positiv.

Homöopthische Behandlung
Test von Phosphor C 1000, da jetzt der für den Phosphor-Typ typische Metallglanz des Felles hervortrat. Jetzt zeigte sein Konstitutionsmittel deutlich an. Zusätzlich Mucokehl (Sanum) Weitere manuelle Therapie, Wirbelkorrekturen und Massagetechniken. Ein nochmaliger Muskeltest Ende September ergab keine schwerwiegenden Veränderungen mehr Das Pferd konnte ab Oktober 2004 wieder im Schulbetrieb eingesetzt werden. Der Allgemeinzustand ist gut. Er verrichtet seine Arbeit als Schulpferd. Abschließend würde ich sagen, dass die manuellen und energetischen Korrekturen zwar nötig waren, der Erfolg der Behandlung aber erst durch die homöopathischen Mittel erreicht wurde.

Gabriele Schmid-Gleißner
energ. Pferdeosteopathin (EPOS)
Hans Stiglochner Str. 15
84489 Burghausen
Text gekürzt